Tin Ngoại Ngữ

"Ich danke dem Herrn für diesen Besuch in Sri Lanka und den Philippinen"

Die Generalaudienz von heute Vormittag begann um 10.00 Uhr in der Audienzhalle Paul VI., wo Papst Franziskus mit Gruppen von Pilgern und Gläubigen aus Italien und allen Teilen der Welt zusammentraf.

In seiner in italienischer Sprache gehaltenen Rede berichtete der Papst von den wichtigsten Momenten seiner Reise nach Sri Lanka und in die Philippinen.

Nach einer Zusammenfassung seiner Worte in verschiedenen Sprachen machte der Papst einen Aufruf für den Frieden im Niger. Die Generalaudienz endete mit dem Gesang des „Vater Unser“ und dem Apostolischen Segen.

Wir dokumentieren im Folgenden die Ansprache des Heiligen Vaters in eigener Übersetzung.

***

Apostolische Reise nach Sri Lanka und in die Philippinen

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

Heute möchte ich von der apostolischen Reise nach Sri Lanka und in die Philippinen berichten, die ich vergangene Woche durchgeführt habe. Nach meinem Besuch in Korea vor einigen Monaten bin ich erneut nach Asien gereist, einem Kontinent mit reichen kulturellen und spirituellen Traditionen. Diese Reise war in erster Linie eine freudige Begegnung mit den kirchlichen Gemeinden, die in diesen Ländern ihr Zeugnis von Christus ablegen: ich habe sie in ihrem Glauben und ihrer missionarischen Arbeit bestätigt. Ich werde die Erinnerung an den fröhlichen Empfang, den die Menschen mir in allen wichtigen Etappen der Reise bereitet haben, immer in meinem Herzen bewahren. Ich habe auch den interreligiösen Dialog im Dienst des Friedens ermutigt, wie auch die Bemühungen jener Völker um Einheit und gesellschaftliche Entwicklung, besonders unter Mitwirkung der Familien und der Jugendlichen.

Höhepunkt meiner Reise nach Sri Lanka war die Heiligsprechung des großen Missionars Joseph Vaz. Dieser heilige Priester spendete den Gläubigen die Sakramente, oft im Geheimen, und ließ allen Notleidenden, gleich welcher Religion und welchen gesellschaftlichen Standes, seine Hilfe zuteilwerden. Sein Beispiel der Heiligkeit und Nächstenliebe ist auch heute noch für die Kirche in Sri Lanka eine Quelle der Inspiration in ihrem Apostolat der Nächstenliebe und Erziehung. Ich habe den heiligen Joseph Vaz als Vorbild für alle Christen aufgezeigt, die heute dazu berufen sind, die rettende Wahrheit des Evangeliums in einem multireligiösen Kontext zu verkünden, in Achtung vor den anderen, mit Beständigkeit und Demut.

Sri Lanka ist ein Land von großer natürlicher Schönheit, dessen Volk versucht, nach einem langen und dramatischen Bürgerkrieg seine Einheit wieder aufzubauen. In meinem Treffen mit den Regierungsvertretern habe ich die Wichtigkeit des Dialogs und der Achtung vor der Menschenwürde betont, um in gemeinsamer Bemühung nach angemessenen Lösungen für das Allgemeinwohl zu suchen.

Die unterschiedlichen Religionen haben eine wichtige Rolle in diesem Prozess zu spielen. Mein Treffen mit den Religionsvertretern hat die guten Beziehungen bestätigt, die bereits zwischen den verschiedenen Gemeinden bestehen. In diesem Kontext habe ich die schon begonnene Zusammenarbeit zwischen den Gläubigen der verschiedenen religiösen Traditionen ermutigen wollen, auch mit dem Ziel, mit dem Balsam der Vergebung jenen zu helfen, die noch unter den Wunden der vergangenen Jahre leiden. Das Thema der Wiederversöhnung war auch das Leitmotiv meines Besuchs am Heiligtum Unserer Lieben Frau von Madhu, die von Tamilen und Singhalesen gleichermaßen verehrt wird und zu der auch Anhänger anderer Religionen pilgern. An jenem heiligen Ort haben wir unsere Mutter Maria gebeten, für das gesamte Volk Sri Lankas das Geschenk der Einheit und des Friedens zu erlangen.

Von Sri Lanka aus bin ich dann in die Philippinen geflogen, wo die Kirche sich auf die 500-Jahr-Feier der Ankunft des Evangeliums auf dem Archipel vorbereitet. Es handelt sich um das größte katholische Land Asiens; das philippinische Volk ist wohlbekannt für seinen tiefen Glauben, seine Frömmigkeit und seine Begeisterung, auch in der Diaspora. In meinem Treffen mit den Landesvertretern, wie auch in den Gebetsmomenten und während der stark besuchten Abschlussmesse habe ich die fortwährende Fruchtbarkeit des Evangeliums betont, sowie auch seine Fähigkeit, eine menschenwürdige Gesellschaft zu inspirieren, in der es Platz für die Würde jedes Einzelnen und für die Wünsche des philippinischen Volkes gibt.

Hauptziel meiner Reise und Hauptgrund, weshalb ich mich entschieden habe, die Philippinen zu besuchen – das war wirklich der Hauptgrund – war mein Besuch bei unseren Brüdern und Schwestern, die die Zerstörungen des Taifuns Yolanda erlitten haben, um ihnen meine Nähe auszudrücken. Ich bin nach Tacloban geflogen, in der am stärksten betroffenen Region, wo ich den Glauben und die Fähigkeit zum Neubeginn der einheimischen Bevölkerung bewundert habe. Leider hat das Unwetter in Tacloban ein weiteres unschuldiges Opfer gefordert: die junge freiwillige Helferin Kristel, die von einem Baugerüst erschlagen wurde, das der Sturm zum Einsturz gebracht hatte. Ich habe auch denen gedankt, die aus allen Teilen der Welt durch ihre großzügige Hilfe auf die Not der Bevölkerung in Tacloban reagiert haben. Die Macht der Liebe Gottes, die sich im Mysterium des Kreuzes offenbart hat, hat sich im Geist der Solidarität gezeigt, den viele Menschen durch ihre Opferbereitschaft in jenen schweren Tagen gezeigt haben.

Die Begegnungen mit den Familien und den Jugendlichen in Manila zählen zu den höchsten Augenblicken meiner Philippinenreise. Gesunde Familien sind für die Gesellschaft von grundlegender Wichtigkeit. Es ist ein Trost und eine Hoffnung, so viele große Familien zu sehen, die ihre Kinder als ein Geschenk annehmen, das von Gott kommt. Sie wissen, dass jedes Kind ein Segen ist. Ich habe gehört, dass manche Menschen sagen, kinderreiche Familien und überhaupt die Geburt so vieler Kinder seien ein Grund für die Armut. Das scheint mir eine zu stark vereinfachende Sichtweise. Ich kann sagen, wir alle können sagen, dass die Gründe der Armut in einem Wirtschaftssystem zu suchen sind, das den Menschen aus dem Mittelpunkt genommen und an seine Stelle das Geld gesetzt hat. Ein Wirtschaftssystem, das immer alle ausschließt: Kinder, alte Menschen, Jugendliche, Arbeitslose… alle schließt es aus und schafft sich diese Wegwerfkultur, in der wir leben. Wir gewöhnen uns daran, aussortierte Menschen zu sehen. Das ist der Hauptgrund für die Armut, nicht die kinderreichen Familien. Im Gedenken an den heiligen Josef, der das Leben des „Santo Niño“, des in jenem Land so sehr verehrten heiligen Kindes beschützt hat, habe ich daran erinnert, dass wir die Familien schützen müssen, wenn sie Gefahren gegenüber stehen, damit sie die Schönheit der Familie im Plan Gottes bezeugen können. Man muss die Familien auch vor den neuen ideologischen Kolonisierungen schützen, die ihre Identität und Mission angreifen.

Es ist mir eine Freude gewesen, mit den Jugendlichen der Philippinen zusammen zu sein, um ihren Hoffnungen und Sorgen zuzuhören. Ich habe ihnen meine Ermutigung bringen wollen für ihre Anstrengungen und ihren Beitrag für die Erneuerung der Gesellschaft, besonders im Dienst an den Armen und im Schutz von Natur und Umwelt.

Die Pflege der Armen ist ein grundlegendes Element unseres Lebens und ein christliches Zeugnis. Auch das habe ich während meines Besuchs hervorgehoben. Dazu gehört auch die Ablehnung jeglicher Form von Korruption, denn Korruption beraubt die Armen und erfordert eine Kultur der Ehrlichkeit.

Ich danke dem Herrn für diesen Pastoralbesuch in Sri Lanka und den Philippinen. Ich bitte ihn, diese beiden Länder immer zu segnen und die Treue der Christen zur Botschaft des Evangeliums unserer Erlösung, Aussöhnung und Gemeinschaft mit Christus zu bekräftigen.

*

Aufruf des Heiligen Vaters

Liebe Brüder und Schwestern,

ich möchte euch jetzt auffordern, zusammen für die Opfer der Unruhen dieser Tage im geliebten Niger zu beten. Es sind brutale Taten gegen Christen, Kinder und Kirchen verübt worden. Bitten wir den Herrn um die Gabe der Wiederversöhnung und des Friedens, damit religiöse Gefühle niemals zum Anlass für Gewalt, Unterdrückung und Zerstörung werden. Man kann keinen Krieg in Gottes Namen führen! Ich hoffe, dass so bald wie möglich wieder ein Klima der gegenseitigen Achtung und des friedlichen Zusammenlebens eintritt, zum Wohl aller. Lasst uns zur Muttergottes beten für die Menschen im Niger (Ave Maria…).

 [Aus dem Italienischen übersetzt von Alexander Wagensommer]

(21. Januar 2015) © Innovative Media Inc.

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